Menschliches, allzu Menschliches Was sich jetzt ändern muss und wie Du den Wandel gut überstehst...mit Phantasie

Wie geht’s Dir?

Entschuldige die laaaange Schreibpause. Ich war – hau mich nicht! – trotz Krise gut beschäftigt die letzten Monate: mit meinem ersten Vollfett-Solo-Online-Kurs, BRAND NEW DU, der mit 40 fetzigen Teilnehmer*innen und sagenhaftem Feedback ein intensives Erlebnis und ein Riesen-Erfolg war (schau mal hier, falls Dich die Warteliste interessiert).

Daran anschließend läuft gerade noch meine erste Mastermind, BRAND NEW WIR, mit zehn absolut großartigen Frauen an Bord. Thema auch hier: Mindset, Messaging & Ganzheitliches Branding von Innen nach Außen. Und last but not least gibt es seit JETZT offiziell Einzelcoaching-Pakete mit mir, und im Mai startet die Arbeit an meinem zweiten Buch.

Ich erzähle Dir das, weil ich in letzter Zeit immer wieder von Kund*innen das Feedback bekomme: „Du bist so viel mehr als Texterin für Webseiten, Du hast echt mein Leben verändert, Du solltest unbedingt was Größeres machen.“ Und genau das traue ich mich jetzt! Gerade im Moment, wo uns allen manchmal mehr nach Verstecken, Aufgeben und/oder Sinnlos Besaufen ist, ist die Zeit ist reif to own it. Ich fühle, ich darf mich nicht länger drücken und verstecken.

Vielleicht geht’s Dir ja auch so, dass DU fühlst, Du wirst jetzt echt gebraucht und Deine Stimme zählt?

Ich möchte Dir gerne Mut dazu machen.

Denn wenn’s Dir geht wie mir in den letzten sechs Wochen, dann fühlst Du gerade alle Gefühle. Mal abwechselnd, mal durcheinander. In jedem Fall ist kaum ein Tag wie der andere – eigentlich seltsam, oder? Wo doch theoretisch durch den Wegfall von Schule, Reisen und zig Terminen schon alles deutlich einheitlicher sein sollte…was mal wieder beweist:

Nirgends, Geliebte, wird Welt sein als innen.
Unser Leben geht hin mit Verwandlung, und immer geringer schwindet das Außen. -Rilke

Und innen, da herrschen ganz oft Gefühle von Dankbarkeit für das, was wir haben. Zum Beispiel:

  • Einen gut möblierten Geist und eine unperfekte, aber langjährige spirituelle Praxis. Sich selbst aushalten können ist definitiv ein Plus in diesen Tagen.
  • Eine Wohnung! Dazu eine voller Bücher, Yogamatten, Musikinstrumente und Vinyl (zum ersten Mal bin ich dankbar für die tausend Platten von Hans, die mir sonst regelmäßig das große Grauen vor unserem nächsten Umzug einjagen).
  • Die Seuche macht zumindest vor Kindern halt…the single biggest blessing.
  • Natur! Eine Wahnsinns-Landschaft überall um uns rum hier zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Und das Gefühl von Freiheit, wenn wir auf einer unserer sehr, sehr vielen Radtouren (machen! Und sofort den Kopf frei bekommen!) zu dritt Märchenwald-artige Wege wie die „Hüggelschlucht“ heruntersausen. Das Entdecken der lokalen Naturschönheit macht weite Räume auf und versöhnt uns mit der Tatsache, dass wir Nordholland, die Familie und die Nordsee, die wir sonst oft besuchen, sehr vermissen.
  • Ein Online-Business, und ein Einzelbüro, das außerhalb unserer Wohnung liegt. Das bedeutet, dass wir zwar abwechselnd Homeschooling und Kinderbetreuung leisten und dadurch unsere Arbeitszeit jeweils bei allerhöchstens 50% liegt. Aber hey, wir können weiter arbeiten! Und Sachen wie Zoom, Homeoffice und alleine den Tag strukturieren sind wir gewohnt als Selbständige.

Klar, wir sind privilegiert. Geht hier ja auch um einen subjektiven Lagebericht, nicht um #whataboutism. Und Denken ist noch immer kein Privileg – at least not the last time I looked.

Dennoch – à propos WHAT ABOUT…

What about all die anderen Gefühle?

Relativ am Anfang war da vor allem:

WUT.
Diese Ursünde gegen das Feminine! – Viv Albertine

Vor allem RAGE AGAINST THE MACHINE, die die Schwächsten unter den Bus wirft. Denn:

Warum gibt es so viele Kampfjogger, -Radler und Verschwörungs-Schwurbler? Und warum sind diese Menschen derart besessen von der eigenen Wichtigkeit, dass sie den Rat von Wissenschaftlern (Shoutout an Chrissie D. an dieser Stelle!), Kontakte zu meiden und Abstand zu halten, um Leben zu retten, derart konsequent ignorieren? Tja…my guess:

AB UND AN
erfordert
Abstand
Anstand

Dokter Brunkie

– und den haben wohl NOCH weniger Leute als vorher angenommen. Seufz!

Was mich noch wütend macht

Was tun wir unseren Kindern an?

Natürlich den Kindern zuallererst, die wir im Mittelmeer immer noch einfach ersaufen lassen oder die in griechischen Lagern lustiges „wir warten auf Corona“ spielen dürfen. #notmyeurope

Aber auch unseren Kindern:
Meinem Kind wird gerade die Kindheit gestohlen.

Klar hat diese Zeit auch ganz viel Schönes, Kostbares, Augenöffnendes. Nur hatten wir persönlich das alles auch schon vorher durch die Art und Weise, wie wir als Selbständige, Musiker, Yogamenschen unser Leben gestaltet haben – ohne die negative Kehrseite von Reibereien, Lagerkoller und, ab und an, akuter Todesangst. (Auch wenn ich der Meinung bin, der Tod als Teil des Lebens gehört endlich mehr in unser gesellschaftliches Leben integriert, so wie Milena Moser das so toll von der mexikanischen Kultur beschreibt.)

Die Motte ist neun und verpasst so unglaublich viel in den jetzt sechs Wochen nur zuhause mit uns, denn wir isolieren uns konsequent sozial als Risikogruppen-Haushalt und aus Solidarität. Das heißt, sie wird auch auf absehbare Zeit nicht wieder in die Schule können, obschon sie Viertklässlerin ist. Sie vermisst ihre Freunde, ihre Lehrer, ihr Lieblingspony, ihre Großeltern, sie versäumt die Abschiedsfahrten und -feste der Grundschule, das Kennenlernen ihrer potentiellen weiterführenden Schulen. Und sie macht sich Sorgen um ihre Eltern.

Das mit der gestohlenen Kindheit

– das war schon vor Corona ein Problem – und beides hängt eng miteinander zusammen: „Mama, jetzt sagt die Erde uns: Ich leide wegen Euch. Und jetzt seht ihr, wie sich das anfühlt.“ Es ist so ungerecht, jetzt nur an sich zu denken und dabei die Zukunft von (alten) Risikopatienten und (jungen) künftigen Erwachsenen aufs Spiel zu setzen. Und das machen „die Viel-zu-Vielen“ (Nietzsche) sich einfach nicht klar.

Wir waren im Januar 2019 auf der großen #FFF-Demo in Berlin und haben schreiend vor der „Waschmaschine“ aka Kanzleramt gestanden und Angela Merkel im Chor zugerufen: „What do we want? Climate Justice! When do we want it? Now!“ Als mein Kind mich hinterher fragte, ob Angela Merkel gut ist und ob sie „die Welt retten“ wird, hatte ich darauf keine klare Antwort.

Jetzt ist allerspätestens klar, dass das nächste Alptraum-Virus schon in den Startlöchern steht, wenn wir als Menschheit nach der Krise so weiter machen wie zuvor: Mit Fliegen, Fleisch und vom Volk gewählten Vollidioten als Regierungschefs. Wenn Natur weiter zerstört und Tieren noch mehr Lebensraum genommen wird, die Hitzewellen, Dürren (und eben auch Pandemien) langsam das neue Normal werden.

Kurzum, wenn wir weiter den Mensch als Krone der Schöpfung über alles stellen – vor allem den HOMO OECONOMICUS. Den spätkapitalistischen, kurzsichtigen, empathiefreien Typus Donald Duck, ähm, Trump. Wenn wir weiter dem Götzen ANTHROPOZENTRISMUS huldigen – und dem radikalen Individualismus. Mit Nietzsche:

Die Erde hat eine Hautkrankheit, und sie heißt Mensch.

Hast DU Kinder? Dann hast Du mit Sicherheit auch längst kapiert:

Das Private ist Politisch

Ohne Solidarität hat die Menschheit keine Chance.

Die Krise und unsere Kinder stellen uns Fragen:

Muss ich wirklich so oft Fleisch essen?
Sind so viele Flugreisen pro Jahr echt nötig?
Was wollen wir den Kids vorleben – und was wollen wir ihnen hinterlassen?

Ich selbst bin alles andere als perfekt

Aber hey, ich versuch’s wenigstens:

  • Seit ich 16 bin, bin ich weitestgehend vegetarisch unterwegs (und das in der Pfalz damals, wo Worschtsalat schon als Grünzeug gilt).
  • Neue Klamotten kaufen hab ich seit 1. Januar komplett gestrichen. Wozu? Ich habe mehr als genug, die ich kaum anziehe.
  • Flugreisen der letzten 20 Jahre kann ich an einer Hand abzählen, und dann auch nur, wenn’s echt nicht anders ging (und auch nur innerhalb Europas).
  • Jetzt schütze ich nicht nur mich selbst, sondern auch andere vor mir, konsequent solidarisch in Sachen Ansteckung.

All das ist für mich selbstverständlich, auch wenn mich aktuell die Aussicht, mindestens ein Jahr lang weder meinen Bandproberaum noch eine Yogaschule von innen zu sehen und als Familie komplett auf Gigs, Parties und Familienbesuche zu verzichten, manchmal wirklich runterzieht.

Aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren: Gerade die Leute, die sagen, sie müssen unbedingt so schnell wie möglich wieder shoppen, fliegen, Fleisch futtern etc. (bzw. dies bereits tun) – das sind auch oft genau die Leute, die mit Zentimeterabstand an einem vorbeiradeln oder -joggen. Die sich weiter munter mit 3, 4, 5 anderen Familien treffen, „wir sind ja alle nicht in der Risikogruppe!“ Die fordern, man solle doch die „Risikogruppen einfach isolieren“ bzw. die Wirtschaft nicht den paar Leben von Leuten, die „sowieso bald sterben“, opfern. Hauptsache, es wird alles wieder ganz schnell so wie vorher!

(Zu den schockierend vielen Aluhutträgern und selbsternannten Experten in den Sozialen Medien in meinem weiteren Bekanntenkreis sag ich als Wissenschaftlerin an dieser Stelle lieber erst gar nichts…).

IM ERNST?

Mich macht das wütend. Und ja, manchmal finde ich es ungerecht, dass ich Opfer bringe, um damit andere zu schützen, die mich und mein Kind und UNS ALLE wiederum durch Dummheit in Lebensgefahr (oder in die  beschleunigte mass extinction) bringen. The sad truth: Für echte Demokraten kann es dieser Tage heißen, frei nach Voltaire:

Ich bin nicht Ihrer Meinung. Aber ich WERDE dafür sterben, dass Sie sie äußern dürfen.

Anyway. Vielleicht geht es Dir ja genauso? Dann sage ich:

Bleib nicht stehen bei Deiner Wut – nutz sie als Antrieb!

Gerade in unserer Branche, dem Online-Business, wünsche ich mir so sehnlichst Leader und Gleichgesinnte, die wirklich ein neues Bewusstsein für unsere extrem fragile Lage mitbringen. Coaches und Mentor*innen, die NICHT das Höher, Weiter, Schneller predigen und das Same As Usual fahren mit zig Ich-bin-superwichtig-Fernflügen im Monat. Sondern nachhaltig-grünen Wachstum vorleben. Yoga-Leute, die NICHT sagen: „Ach, Bayern war halt nicht in der Vision von meinem Retreat – die Vision ist Bali!“ Die wirklich achtsam sind, auch und vor allem mit dem Planeten, die die künftige Generation mitdenken, die Empathie und Solidarität mitbringen für die Armen, Kranken, Schwachen, Jungen. Die wissen:

Wir gewinnt!

Wenn DU so denkst und Dich noch nicht ganz traust, Deine Stimme zu erheben – oder wenn Du noch nicht genau weißt, was Deine Mission und Dein Beitrag ist – wenn Du also ebenfalls Idealist*in bist, dann will ich Dich ermutigen und ermächtigen.

WENN NICHT JETZT, WANN DANN?
WENN NICHT WIR, WER DANN?

Denn was uns zutiefst menschlich macht – und nicht männlich, allzu männlich im Sinne der „Erfolgs“- und Wachstums-Getriebenheit der toxic masculinity das ist Empathie, und die beruht schlicht auf unserer menschlichen Phantasie und Vorstellungskraft. Just imagine:

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one

Someday I hope you’ll join us
And the world will live as one.

OM and rock ON.

Deine Katja, mit Hans x

NB:
Natürlich bin ich weiterhin AUCH Texterin – und mache das nach wie vor sehr gerne. Denn die Turbo-Beschleunigung durch Kreativberatung, die unsere Kund*innen so oft erleben, war und ist schon immer TEIL meiner und unserer Leistung, die wir nur noch nicht genug betonen, ganz offensichtlich.
😉
Daher beinhaltet JEDE Form der Zusammenarbeit mit uns Beratung mit Wumms und Tipps, wie Du Dich aufraffst, sichtbar und hörbar wirst und bei Dir bleibst. Zum Beispiel, ganz aktuell, DIY Kickstart, noch bis 6. Mai buchbar. Der 8-Wochen-Website-Workshop startet am 11. Mai und wir hätten Dich liebend gerne mit dabei, wenn Du diesen Blogpost bis zum Ende gelesen hast (das ist der Aufnahmetest, muaharrrharr).


3 Kommentare zu “Menschliches, allzu Menschliches Was sich jetzt ändern muss und wie Du den Wandel gut überstehst...mit Phantasie

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